Freitag, 13. April 2018

Slow Food Bochum und „La cuisine Mario Kalweit“ präsentieren ein Menü rund um die Tomate am 9.9.2018


Der Dortmunder Spitzenkoch Mario Kalweit ist ein Tomatenzüchter aus Leidenschaft. Auf der eleganten Terrasse seines Restaurants „La cuisine Mario Kalweit“ (klick hier), das er gemeinsam mit Susanne Thoenes in der Dortmunder Gartenstadt betreibt, zieht er zahlreiche seltene und alte Sorten; dabei arbeitet er eng mit der Demeter-Gärtnerei Werkhof in Scharnhorst zusammen. Die verschiedenen Tomatensorten dokumentiert er in seinem Blog „Die Genussjäger“ (klick hier).

Slow Food Bochum hat mit Mario Kalweit und Susanne Thoenes eine gemeinsame Veranstaltung vereinbart. Am Sonntag, den 9. September 2018, wird es ein „Menü rund um die Tomate“ geben. In dieser Zeit kurz nach den Sommerferien ist der Höhepunkt der Tomatensaison. Geplant ist, dass Mario Kalweit in vier Gängen zeigt, wie schmackhaft verschiedene vollreife Tomatensorten in der Küche eingesetzt werden können. Die Tomaten stammen aus eigener Zucht oder vom Werkhof. Ergänzt werden sie durch hochwertige andere Produkte wie etwa Fleisch von Schottischen Hochlandrindern aus der privaten Zucht von Richard Löttert in Velen.

Mario Kalweit und Susanne Thoenes

Mit dem 9. September wurde ein Sonntag als Termin gewählt. Start des Menüs ist 18 Uhr. Doch die Terrasse von „La cuisine Mario Kalweit“ ist bereits ab 16.30 Uhr geöffnet. In lockerer Atmosphäre können sich dann die Gäste bei Rita Breker-Kremer vom Werkhof, Richard Löttert von der Rinderzucht und Vertretern von Slow Food Bochum über die Produkte und Veranstalter informieren, bevor sie sich zum gemeinsamen Essen an die Tische setzen.

Der Preis des Menüs wird voraussichtlich bei ca. 75 Euro inkl. Wein und Wasser liegen. Genaue Informationen werden rechtzeitig bekannt gegeben. Die Anmeldung läuft über das Restaurant. Bitte angeben, ob man Slow-Food-Mitglied ist.

La cuisine Mario Kalweit
Lübkestrasse 21
44141 Dortmund
Tel 0231.531.619.8
Fax 0231.531.619.7
Mail restaurant@mariokalweit.de

Sonntag, 11. März 2018

Rückblick: Frühschoppen auf der Weinmesse Rheinland-Pfalz, 11.3.2018


Das sind sie, die drei Aufrechten, die sich zum Frühschoppen auf der Weinmesse Rheinland-Pfalz trafen. Monika, Manfred und Peter trafen sich zum Plaudern über gutes Essen und guten Wein und machten sogar eine Entdeckung unter den Weinen der über 50 Winzer, die in die Bochumer Jahrhunderthalle gekommen waren: die rote 2015 Cuvée „von der Platte“ vom rheinhessischen Weingut Stauffer im rheinhessischen Flomborn.

Die Entscheidung, zu nach dem gemütlichen Stelldichein zu Fuß nach Hause zu gehen, sollte Peter nicht bereuen. Er machte unterwegs kurz entschlossen im Kolpinghaus am Musikzentrum Rast und wurde von dem gutbürgerlichen Mittagessen, das er zu sich nehmen konnte, nicht enttäuscht. Das Menüangebot für 25 Euro umfasste eine kräftige Rindfleischbrühe mit Einlage und als Hauptgang ein tadellos gebratenes Seehechtfilet auf geschmortem Spitzkohl mit Riesling-Senf-Sauce und einem pikant abgeschmeckten Safranreis. Zum Nachtisch gab es schließlich noch ein Eis mit Früchten. Großartig.

 Rinderbrühe

 Seehechtfilet auf geschmortem Spitzkohl
mit Riesling-Senf-Sauce und
einem pikant abgeschmeckten Safranreis

 Eis mit Früchten

Sonntag, 18. Februar 2018

Rückblick: Das große Heringsessen am Aschermittwoch 2018




Jahrelang traf sich Slow Food Bochum zum Beginn der Fastenzeit zum Bratheringsessen im Haus Wenzel in Herne-Sodingen (Klick hier). Seit die Wirtsleute diese historische Kneipe aber aus Altersgründen aufgaben, wurde auch diese Slow-Food-Tradition heimatlos. Jetzt hat das Convivium endlich eine hoffentlich nachhaltige Alternativlösung gefunden. Am gestrigen Aschermittwoch trafen sich zwölf hungrige Slowfoodies zum fröhlichen Heringsschmaus mit selbst hergestellten Spezialitäten in Katrin Manzkes Manufaktur im Glas.

 Gestartet wurde mit Monikas Reminiszenz an den venezianischen Karneval, Sarde in soar (wer’s nicht weiß: Sardinen gehören auch zur Gattung der Heringsfische, Rezept hier) mit Caponata (Rezept hier).

Dann kredenzte Peter seine Brandade Ruhrgebiet, einen Stampf aus Kartoffeln und Brathering (Rezept hier), garniert mit Roter Bete und Feldsalat. 

Bereits ein paar Tage zuvor hatte Katrin Salzheringe auf Rheinische Art mit Sahne, Äpfeln und Zwiebeln eingelegt (Rezept hier), die von selbst gerollten Rollmöpsen mit Gurken-Zwiebel-Kapern-Senf-Füllung begleitet wurden (Rezept hier). Um auch den letzten Hunger stillen, gab es noch Pellkartoffeln und Pumpernickel mit Butter. Zu trinken gab‘s Grauburgunder und Bernstein-Bier. 

 
 Zum Dessert hatte Wiebke Limetten-Pie (Rezept hier) und –crème gemacht.

Entspannter konnte der Karneval nicht beendet und die Fastenzeit nicht begonnen werden.

Katrin legte schon ein paar Tage zuvor

Heringe auf Rheinische Art ein

...und rollte Rollmöpse...

..mit Peter.

 Ebenso bereitete Monika Sarde in saor vor.

 Die Fastenzeit beginnt.

 Fröhliches Schmausen

Alles aufgegessen

Slow Food Bochum: weitblickende Frauen, betende Männer

Sarde in saor

Rollmöpse

 Hering Rheinische Art

Limetten-Pie

Kulinarischer Aschermittwoch

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Rückblick: Weihnachtsfeier Andrè's Alte Fähre, 20.12.2017



Zur gemütlichen Weihnachtsfeier traf sich Slow Food Bochum am 20.12.2017 in „André’s Alter Fähre“ in Stiepel an der Ruhr. André Vordenbäumen vom Wittener Lokal „André’s 1726“ hat das traditionsreiche Ausflugslokal am Stiepeler Ruhrufer übernommen und in einjähriger Umbauzeit zu einem schmucken Landhaus mit durchaus anspruchsvoller Küche umgebaut. Seit Herbst 2017 hat es geöffnet, und so lag es auf der Hand, es einmal für Slow Food auszuprobieren. Spannend wird es zu sehen, wie das neue Konzept auch im Sommer funktioniert oder ob das Publikum an dieser pittoresken Stelle mit Aussicht auf Burg Blankenstein am gegenüberliegenden Ruhrufer nicht doch einen eher volkstümlichen Biergarten erwartet.





Mit dem Weihnachtsmenü waren die Slowfoodies weitgehend zufrieden. Nach einem Vorspeisenpotpourri, bestehend aus Salaten mit Gänsebrust und Rindfleisch und einigen Miniaturen im Glas, hatte jeder die Wahl zwischen

48 Stunden confierter Nacken vom Bunten Bentheimer / Gewürzjus / Rahmwirsing / Haselnussspätzle

Knusperschnitzel und  Ragout vom Hirsch / Topinambur / Rosenkohl / Birne

Gessingham Gänsebraten / Brust und Keule / Rotkraut / Kartoffelknödel / Safranbirne / Maronen



Zum Nachtisch gab es Waffeln mit Backpflaumen, Crème brulée, Mousse au chocolat und Orangenfilets.

Montag, 6. November 2017

Rückblick: Besuch im türkischen Restaurant "Gurme", 3.11.2017


Am Freitag, den 3.11.2017. besuchte Slow Food Bochum das türkische Restaurant „Gurme“ in Altenbochum auf der Wittener Straße. 15 Slowfoodies genossen die feine türkische Küche, die die Bruder Baris und Sabri Aslan anbieten. Als erstes gab es eine gemischte Vorspeisenplatte, die jeweils gemeinsam für 4 Personen serviert wurde. Das Hauptgericht konnte jeder à la carte wählen, und zum Schluss gab es wieder ein gemeinsames Dessert. Das bestand aus einer besonderen Spezialität: Blätterteigtaschen, die mit einer Pistaziencrème gefüllt waren.

Es war ein lockerer, geselliger Abend mit hervorragendem Essen, das dem prgrammatischen Namen des Restaurants alle Ehre machte. „Gurme“ ist nämlich die türkische Lehnwortvariante des französischen „Gourmet“.














Montag, 9. Oktober 2017

Rückblick: Kulinarische Lesung in der Buchhandlung Mirhoff & Fischer, 5.10.2017



„Das war aber eine schöne Veranstaltung!“ – So oder so ähnlich lauteten die spontanen Reaktionen der knapp 30 Zuhörer nach der literarischen Lesung in dem kleinen Ehrenfelder Buchladen. Und das mit Recht.

Nach der Begrüßung durch Johannes Fischer (re.) stellte Dieter Wagner (li.) kurz Geschichte und Philosophie von Slowfood vor. Dabei kritisierte er die nach Lebensmittelskandalen übliche öffentliche Debatte, die das Thema Lebensmittelproduktion auf das Thema Gesundheit reduziert. Diese kann, wie zuletzt der FIPRONIL-Skandal gezeigt hat, durch die großindustrielle Produktion nicht gewährleistet werden, obschon die Gesundheit der Verbraucher doch eine absolute Voraussetzung sein sollte.

Was aber in dieser öffentlichen Debatte viel zu kurz kommt, ist die Freude am leckeren Essen, die Neugier auf unbekannte Speisen, die sinnliche Lust beim Erfahren von Geschmackserlebnissen. Aber zum Glück gibt es wackere Verteidiger guter Esskultur – und etliche Schriftsteller gehören dazu.


An diesem Abend wurde aus drei Büchern vorgelesen und Veronika Nickl vom Bochumer Schauspielhaus machte dies auf bezaubernde Art. Sie zauberte das erotische Fluidum, das bei der Beschreibung von Geschmacksbeglückung durch Essen entstehen kann, wunderbar aus den Texten hervor. Aber der Reihe nach:

Nach der verbalen Begrüßung gab es zum Einstieg – sozusagen als „Prolog“ – regionale Tomaten mit Fleur de Sel, Pfeffer und mildem Olivenöl, angerichtet von Katrin und Dieter. Danach las Frau Nickl aus J. Ryan Stradals Roman „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“, in dem die Tomate an einer Stelle eine nicht unwesentliche Rolle spielt.


Weiter ging es, um im Bild zu bleiben, mit der „Exposition“: Es gab leckere von Wiebke zubereitete vegetarische Lasagne mit Quinoa-Paste, Pilzen, Zucchini, Hüttenkäse, Spinat, Mozzarella & Parmesan. Auch dieses Gericht wird in dem Roman von J. Ryan Stradal erwähnt.

Nach genüsslichem kollektiven speisen folgte der nächste Text. Es war ein längerer Auszug aus dem Buch von Marie Ndiaye: „Die Chefin. Roman einer Köchin“. Die in dieser Erzählung enthaltene sinnliche (Essens-)Lust brachte Veronika Nickl ganz wunderbar rüber.

Dieser Textpassage folgte (und entsprach) – sozusagen als zentrales „Drama“ – eine ‚Herbstrolle‘, gefüllt mit Kürbis in Pflaumenchutney, fermentiertem Tofu, Glasnudeln, Koriander & Thai-Basilikum mit Habanero Sojadip. Gefertigt von Katrin und sehr lecker.

Der abschließende Text, den Frau Nickl las, stammte aus dem Roman von Kim Thúy „Der Geschmack der Sehnsucht“. Der Text endete mit einem vietnamesischen Kinderlied, das den Zuhöreren via Youtube auch akustisch zu Gehör gebracht wurde. Der Gesang leitete über zu einem schmackhaften von Dieter produzierten Dessert, das sozusagen den „Epilog“ darstellte. Es handelte sich um ein Birnen-Kaffee-Crumble mit Weißwein, Vanille, Birnenbrand, Honig & Kaffee.

Und weil der Abend sich so genussvoll gestaltete, zog er sich hin bis nach 23 Uhr. Wenn das kein gutes Zeichen ist…
 Text:Dieter Wagner. Fotos: Wiebke Rieck, Katrin Manzke